Wie Unternehmen Storytelling nutzen können

Eine Familie bestehend aus Mann, Kind und Frau liest gemeinsam eine Geschichte. Das Bild visualisiert Storytelling also Geschichtenerzählen.

Von «Es war einmal…» bis «und wenn sie nicht gestorben sind»: Geschichten begleiten uns ein Leben lang. Gute Geschichten werden weitererzählt und bleiben im Gedächtnis. Hier erfahren Unternehmen, wie sie Storytelling für sich nutzen können – Beispiele inklusive.

Im Marketing und in der Kommunikation wird das Geschichtenerzählen – im Fachjargon Storytelling genannt – schon lange strategisch eingesetzt. Dabei werden Botschaften und Wissen in spannende Geschichten gepackt und indirekt vermittelt. Aber warum funktioniert das eigentlich so gut?

Der Grund dafür lässt sich psychologisch ziemlich einfach erklären: Mensch denken in Geschichten und übermitteln Informationen seit jeher in dieser Form. Geschichten basieren auf Erfahrungen, die wir oder andere gemacht haben. Sie helfen uns dabei, Entscheidungen schneller zu treffen.

Vom Herz ins Hirn

Die wohl wichtigste Eigenschaft von Geschichten sind aber die Emotionen, die sie wecken. Ob Empathie, Freude, Wut, Trauer oder Furcht – sie alle helfen unserem Hirn dabei, Informationen im Langzeitgedächtnis abzuspeichern. Reine Fakten können von unserem Hirn nur sehr schwer verarbeitet werden. Sie werden von der Amygdala als unwichtig abgestempelt und aussortiert. Informationen müssen also unser Herz berühren, um nachhaltig ins Hirn zu gelangen.

Emotionsgeladene Beispiele von Storytelling sind die Werbespots von Coop und Migros zu Weihnachten. Die animierte Migros-Lieferdrohne, die an Weihnachten eine einsame alte Frau mit ihren Nachbaren vereint (wer schneidet hier Zwiebeln?) oder Nevi, das Schneemonster von Coop, das einem heimatlosen Eichhörnchen ein neues Zuhause in einem Baum schenkt. Okay, genug der Weihnachtsgeschichten im Sommer.

Beispiele für Unternehmen

Storytelling findet man nicht nur in den grossen, teuren Werbespots. Geschichten lassen sich auch ganz einfach in den Social-Media-Alltag integrieren. Zwei Schweizer Content Creators zeigen auf TikTok interessante Ansätze. Mit seinem Kanal derpraktikanttv besucht Fabian Egger Schweizer Ausflugsziele und zeigt, was man dort erleben kann. Zudem ist er auf TikTok das Gesicht des nachhaltigen Modeherstellers NikinclothingPeter Bolliger dokumentiert in einer eindrücklichen Challenge 30 Tage lang 30 Sachen, die er noch nie gemacht hat.

Auch Unternehmen können solch unterhaltsame Formate mit Storytelling-Elementen für sich anwenden. Wie wäre es zum Beispiel mit:

  • Ein Tag im Leben eines Mitarbeitenden
  • Zeigen, wie gewisse Abläufe im Hintergrund funktionieren (z.B. eine Tour durch die Produktionsstätte oder Lagerhalle machen)
  • Mitarbeitende fragen, was ihr Highlight des Tages/der Woche war
  • Die Entstehung des Unternehmens erzählen

Weitere konkrete Beispiele von Unternehmen (mit hoher Reichweite und Interaktionsrate):

  • Implenia zeigt den Aufbau des Böögs beim Sechseläuten
  • Wie man aufs Junfraujoch gelangt
  • Swiss nimmt Zuschauende mit in die Premium Economy Class
Bild von Claudia Brüngger
Claudia Brüngger

Texterin und Videografin aus Winterthur.

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